Soziale Stadt Bochum-Hamme Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dr. Martina und Martin Oldengott   
Sonntag, 31. Januar 2010 um 17:45 Uhr

 Soziale Stadt Bochum-Hamme: Projekt mit Zukunft wird vorgestellt

Auf der Sitzung der Bochum Hamme: Wir sind HammeHammer-Runde am 05.01.2010 stellte Herr Oldengott das Projekt ‚Soziale Stadt NRW‘ als Referent vor und zeigte den Besuchern die Möglichkeiten und Notwendigkeiten für eine Umsetzung in Bochum-Hamme auf. Die Hammer Runde möchte das Projekt unterstützen und bittet alle Hammer Bürger um Mithilfe. Mithilfe der Bürger bei Planung und Umsetzung ist ein zentraler Gedanke von „Soziale Stadt NRW“, und andere Kommunen haben erfolgreich vorgemacht, wie und dass es funktioniert, wenn alle an einem Strang ziehen. Für alle Maßnahmen, die Teil des Konzeptes werden, wird aktuell eine Förderung durch das Land NRW in Höhe von 90 % der anfallenden Kosten gewährt. 10 % Eigenanteil verbleiben bei der Stadt Bochum, können aber auch durch Privatpersonen, Firmen oder Institutionen aufgebracht werden. Auch Hamme-Aktiv unterstützt natürlich diese Initiative, und wir werden Sie stets über den Fortschritt an dieser Stelle informieren.  Dr. Martina Oldengott und Martin Oldengott stellen im Folgenden schon mal die wesentlichen Fakten einer breiten Öffentlichkeit hier auf unserer Stadtteilseite vor.

 

 

Bochum-Hamme ist ein alter und zugleich junger Stadtteil. Die erste urkundliche Erwähnung von Hamme findet sich im Jahre 1050, als ein gewisser Andger sein Erbe in Hamme der Abtei Werden überschreibt.

 

 Hamme: Zukunftsprojekt Soziale Stadt NRW

Das eigentliche heutige Hamme hat seine „Geburtsstunde“ sicherlich später. 1841 beginnt der Ausbau der Zeche Vereinigte Präsident und Dampfmaschinen betriebene Pumpen ermöglichen es erstmalig in Westfalen, die wasserführende Mergeldecke zu durchstoßen und in 47 m Tiefe ein Flöz anzufahren. Auf der Zeche Carolinenglück beginnt die Kohleförderung 1850. Aus einem Schürfschacht fördern 265 Bergleute täglich 150 Tonnen Kohle. Die weitere industriell-geprägte Entwicklung unseres Stadtteils Hamme bis in die heutige Zeit ist hinlänglich bekannt.

 

Nach Rückzug der großindustriellen Arbeitsgeber wurden viele Flächen in unserem Stadtteil freigegeben, die einer gewerblichen oder freiraumbezogenen Nutzung zugeführt wurden. So hat sich das Bild von einer grauen Vorstadt zu einem grün durchmischten Stadtteil verändert, der stadtnah und verkehrsgünstig seine ehemaligen Nachteile aufarbeitet.

 

 

Der demografische Wandel – nicht nur in Hamme und Bochum, sondern im Ruhrgebiet und darüber hinaus – stellt heute neue Anforderungen an die Nachhaltigkeit unseres Stadtteils. Integration der neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger, besonders der Mensch mit Migrationshintergrund, sind die wichtigen Fragen heute. Die „Hammer Runde“, die sich aus vielen Initiativen, Vereinen und Kreisen zusammensetzt, hat eine Analyse der Ist-Situation des Stadtteils Hamme vorgenommen und dies in einer plakativen Form zusammengefasst. Grundlage dabei war der Sozialbericht der Stadt Bochum aus dem Jahre 2008, der Fakten und Daten zur sozialen Situation aller Stadtteile in Bochum darstellt und somit ein „Ranking“ aufzeigt. Dieses Ranking zeigt klar und deutlich, dass insgesamt vier Stadtteile in Bochum erhebliche Defizite und Auffälligkeiten aufweisen gegenüber dem städtischen Durchschnitt bzw. anderen statistischen Bezirken. Dazu zählt der Stadtteil Hamme.

 

 

Die „Hammer Runde“ möchte die Verantwortung für die Entwicklung von Bochum-Hamme nicht allein Politik und Verwaltung überlassen. Sie versteht sich als bürgerschaftliche Plattform, als Stadtteil-Rat mit Selbstverantwortung für den Stadtteil. Es besteht daher die Absicht, die Entwicklung von Bochum-Hamme gemeinsam mit vielen Menschen unseres Stadtteils eigenverantwortlich zu diskutieren und zu gestalten. Dabei setzt sie auch große Hoffnung auf das Landesprogramm „Soziale Stadt NRW“, das mit seiner Philosophie und Fördermöglichkeiten unter Einbeziehung der Bürgerschaft geeignet erscheint, die bestehenden und sichtbaren Defizite aufzuarbeiten.

 

Im Folgenden wird das Programm „Soziale Stadt NRW“ vorgestellt. Weitere Informationen stehen unter www.soziale-stadt.nrw.de.

 

-          Das Landesprogramm „Soziale Stadt NRW“ besteht seit 1993. Ausgangslage und Anlass für das Programm sind anhaltende negative Entwicklungen in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht, die das Gesicht eines Stadtteils deutlich verändern und innerhalb des Programms bearbeitet werden sollen.

 

-          Die Leitidee des Programms ist es, vorhandene Kräfte zu mobilisieren, um den Prozess des Strukturwandels positiv zu gestalten. Dabei muss es gelingen, die Bewohner des Stadtteils zu aktiven Mitwirkung und Mithilfe zu beweben.

 

-          Für einen begrenzten Zeitraum, in der Regel fünf Jahre, sollen Kräfte mobilisiert und motiviert werden für die zukünftige Entwicklung.

 

-          Durch interdisziplinäres und ebenenübergreifendes Arbeiten sollen sich zahlreiche Akteure, Ämter, Vereine, Bürger usw. mit ihrer fachlichen Kompetenz einbringen.

 

-          Jeder Stadtteil hat seine Qualitäten – sie müssen genutzt werden. Dabei sind neben den Bewohner und Akteuren vor allem die ortsansässigen Unternehmen gefragt, ihren Beitrag zur Entwicklung und Stabilisierung ihres Stadtteils einzubringen.

 

-          Ein wesentlicher Bestandteil des Programms ist die Einrichtung eines Stadtteilmanagements und eines Stadtteilrates. Beide müssen zusammenwirken und unter Einbeziehung des bürgerschaftlichen Potentials Ideen und Projekte voranbringen, die der positiven Entwicklung des Stadtteils dienen.

 

-          Für alle Maßnahmen, die Teil des Konzeptes werden, wird aktuell eine Förderung durch das Land NRW in Höhe von 90 % der anfallenden Kosten gewährt. Ein 10 %-iger Eigenanteil verbleibt bei der Stadt Bochum, kann aber auch durch Private erbracht werden.

 

-          Voraussetzung für die Aufnahme in das Landesprogramm ist ein zwischen der Bürgerschaft, Verwaltung und Politik aufgestelltes „Integriertes Handlungs- und Finanzierungskonzept“, das vom Rat der Stadt Bochum beschlossen wird. Dieses Konzept wird dann der Landesregierung Nordrhein-Westfalen zugesandt, wo eine interministerielle Landesgruppe über die Aufnahme in das Landesprogramm entscheidet. Mit einer positiven Aufnahme wird dann eine Förderung zuerst für einen Zeitraum von 5 Jahren ausgesprochen, d. h., es gibt eine Finanzierungs- und somit Planungssicherheit für alle innerhalb des Konzeptes aufgestellten Projekte und Maßnahmen.

 

 

Wie können diese Projekte und Maßnahmen aussehen?

Anhand der nachfolgenden Maßnahmen wird beispielhaft aufgelistet, was auch im Stadtteil Bochum-Hamme zur Verbesserung der Lebens- und Wohnsituation getan werden kann.

 

Die zentralen Handlungsfelder:

 

• Zusammenleben, soziale und ethnische Integration, Sicherheit und Zivilcourage

• Wohnen und Wohnumfeld

• Öffentlicher und privater Freiraum

• Lokale Wirtschaft

• Arbeit und Beschäftigung / Qualifizierung

• Soziale, kulturelle, bildungs- und freizeitbezogene Infrastruktur, Quartierskultur

• Ausbildung im Quartier

• Gesundheit

• Sport, Spiel und Freizeit

• Verkehr und Mobilität, technische Infrastruktur

• Umwelt und Ökologie

• Quartiersimage und Öffentlichkeitsarbeit

 

Die „Hammer-Runde“ hat am 5. Januar 2010 beschlossen, den dargestellten Prozess gemeinsam auf den Weg zu bringen und bittet alle Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils, sich in diesen Prozess, auch über ihre Vereine und Initiativen, einzugeben.

 
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